Hausratversicherung: Versteckte Langzeitfolgen nach Wasserschäden
So eine gründlich vergammelte Dachwohnung erfreut das Herz eines jeden Heimwerkers. Möglichkeiten für Wasserschäden gibt es viele: Vom Dach oder aus dem Fundament, vom leitungswasser oder vom Abwasser. Waschmaschinen, Geschirrspüler oder umgestoßene Putzeimer können wahre Freudenspender sein. Wie wichtig ist das Austrocknen der Bausubstanz? Welche Rolle spielen Sporen von Schimmelpilzen in Kombination mit feuchter Raumluft?
Zusammenhänge relativer und absoluter Feuchte in Gasen und Festkörpern sind keine selbstverständlichen Kenntnisse von Menschen mit sehr guter Allgemeinbildung. Wer weiß schon alles? Doch es gibt Gutachter, die aufgrund ihrer beruflichen Bildung und Erfahrung eine Menge Wissen angesammelt haben. Lesen Sie die Pressemitteilung der DESAG Deutsche Sachverständigen Gesellschaft mbH: Die Spätfolgen von Wasserschäden vermeiden
Im letzten Jahr entdeckte ich atypische Ausblühungen und gelegentliche Mauerfeuchte oberhalb der Fußleiste unter unserer Küchenspüle, weil ich die beschädigte Tapete entfernt hatte, die NICHT mit einer dampfdurchlässigen Dispersionsfarbe versehen war. Aufgrund der Ausbreitungrichtung war ein Zusammenhang mit einer sichtbaren Druckwasserleitung oder Abwasserleitung, mit der Waschmaschine oder mit dem Grundwasser auszuschließen. Kommen Sie noch mit?
Der Sanitärinstallateur beauftragte einen Meßingenieur der erfahrenen Fachfirma von der Lieck, die auch Gutachten für Versicherungsgesellschaften erstellt. Der fand im räumlich benachbarten Bad einen Haarriß unter Putz durch Korrorision in einer Kaltwasser-Kupferleitung. Durch den Wasserverlust, auch wenn er äußerst gering war, konnte er den Leitungsabschnitt lokalisieren. Die Größenordnung war vielleicht ein Schnapsglas pro Stunde.
Dies war nur der erste Arbeitsschritt. Ein zweiter Prüftrupp bohrte Löcher im vermutlichen Boden- und Wandbereich, der sich möglicherweise im Laufe einer unbekannten Zeitperiode vollgesaugt hatte. Da der Fußboden in Küche und Bad mit dampfundurchlässigen Fliesen verlegt ist, konnte nur über die Fugen und die Wände Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben werden. Die Messungen bestätigten den Verdacht.
An die Bohrungen wurde Absaugschläuche angebracht. Die Luft wurde getrocknet und in den Abfluß geleitet. Zusätzlich wurden drei Raumluftentfeuchter aufgestellt. Das Dauersummen und -rauschen begleitete uns etwa 5 Wochen lang. Dann war das Gemäuer und der Estrich unter den Bodenfliesen trocken. Aufgrund des Gutachtens übernahm die Wohngebäudeversicherung unseres Vermieters sämtliche Kosten.
Nur in einem trocknen Gemäuer hören die Schimmelpilze auf zu wachsen. Feuchte Mauern bedeuten sporengewängerte Raumluft mit gesundheitlichen Schäden, da auf Dauer ein menschliches Immunsystem überfordert ist. Haben Sie so weit gedacht? Wir sind durch diese Erfahrung wieder etwas schlauer geworden.
Hans Kolpak
versicherungsintern

August 29th, 2009 at 09:33
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