Freibrief für Kidnapper? Versicherung für den Entführungsfall

Um keine schlafenden Hunde zu wecken, wird für diese Versicherungsform nicht geworben. Bei den Angelsachsen schon seit Jahrzehnten, bei uns erst seit wenigen Jahren von einigen Gesellschaften angeboten, dürfte die zielgruppe überschaubar klein sein. Warum auch sollten Unternehmen an die große Glocke hängen, daß Mitarbeiter sich gerade in einem Hochrisikogebiet aufhalten?

Opfer eines Verbrechens zu sein, hinterläßt vielerlei Traumata, die nicht und auch nicht annähernd mit finanziellen oder materiellen Leistungen aufgewogen werden können. Trotzdem ist es legitim, wenn eine Unternehmensführung sich Gedanken macht, wie das Unternehmen weiterläuft, wenn Fachkräfte zeitweilig abwesend sind, nach ihrer Rückkunft gemindert leistungsstark sind oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch der Bestand eines Unternehmens wird beeinflußt, wenn ihm durch Erpressung Gelder entzogen werden.

Da für eine solche Absicherung kein Massenmarkt existiert und keine Statistiken greifen, ist verständlich, wenn Anbieter jährlich neu kalkulieren und verhandeln. Es liegt aber nahe, wenn in Kooperation mit den Rückversicherer ein Wissen an potentielle Kunden vermittelt wird, das für sich allein gesehen schon wertvoll ist, um ein Kidnapping wirkungsvoller unterbinden zu können.

Hans Kolpak
versicherungsintern


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