Dreiste Sammler von heimlichen Daten

Die Versicherungen wissen alles über uns, das wusste ich ja schon immer. Und wenn sie es nicht wissen, dann kürzen sie uns die Erstattungen, wenn man sie mal braucht. Denen gefällt das, aber andere finden es furchtbar, wie zum Beispiel Verbraucherschützer. "Wer ohne Wissen der Betroffenen deren Daten sammelt, führt oft nichts Gutes im Schilde", warnt Lilo blunck, Vorstandsvorsitzende des Bundes der Versicherten (BdV). Die Versicherungswirtschaft schlag über die Stränge: "Sie sammelt heimlich Kundendaten in Risikolisten." Nach BdV-Informationen haben die Versicherer rund zehn Millionen Datensätze zusammengetragen, ohne ihre Kunden davon zu informieren. Die BdV-Vorstandsvorsitzende: "Es ist höchst zweifelhaft, ob dieses Vorgehen mit den Datenschutzbestimmungen in Einklang zu bringen ist."
Die Versicherungen glauben, dass sie durch ihren Datenbanken Betrug besser bekämpfen können. Lilo Blunck: "Es darf nicht übersehen werden, dass auch und gerade redlichen Kunden, die mehrfach Schadensfälle gemeldet haben, ohne ihr Wissen in den schwarzen Listen auftauchen." Allein die Ablehnung etwa eines Antrages für eine Berufsunfähigkeitsversicherung könne dafür schon ausreichen. Das habe für die Kunden möglicherweise gravierende Folgen, denn sie erhielten danach oft sang- und klanglos keinen Versicherungsschutz mehr.